Als „einen Weg in die richtige Richtung“ bezeichnet der Vorsitzende des Landeselternrates
KiTa NRW, Andreas Blanke, die sofortige Revision des 2008 eingeführten Kinderbildungsgesetzes
(KiBiz) auf den Weg zu bringen. Wie bekannt, wurde die neue Landesregierung
noch vor der Sommerpause durch den Landtag aufgefordert, unverzüglich eine
Grundrevision einzuleiten, da zahlreiche Unzulänglichkeiten seit Einführung des Gesetzes
festgestellt wurden und u.a. auch von der Landeselternvertretung immer wieder kritisiert
wurden. Erforderliche gesetzliche Änderungen sollen dann bereits zum Kindergartenjahr
2011 / 2012 wirksam werden.
„Wir begrüßen die Initiative des Ministeriums, zeitnah auch mit uns in den Dialog einzutreten“
so Blanke weiter. Man plane nach Auskunft der Landeselternvertretung insgesamt
fünf Regionalveranstaltungen, bei denen alle relevanten und betroffenen Verbände beteiligt
werden sollen. In der Vergangenheit wurde, z.B. auch im Gesetzgebungsverfahren
rund um das KiBiz, auf eine Mitwirkung von Eltern offensichtlich bewusst verzichtet,
„obwohl wir diese Mitbestimmung als Betroffene immer wieder eingefordert haben“
der Vorsitzende. In kleineren Gesprächsrunden soll es ausreichend Gelegenheit geben, so
Blanke, einzelne Themenschwerpunkte zu erörtern. Erfahrungen und Kreativität sollen im
Mittelpunkt dieser Veranstaltungen stehen. Die Ergebnisse werden dokumentiert und
sollen die Grundlage für die erforderlichen Änderungen im Kinderbildungsgesetz bilden.
„Wir werden die Veranstaltung mit großer Ernsthaftigkeit und elterlichem Sachverstand
begleiten“ so Anke Bohlander, die als Vorsitzende des Dortmunder Stadtelternrates die
Koordination der verschiedenen Stadtelternräte in NRW für die Landeselternvertretung
übernommen hat. Neben den kommunalen Belangen sollen auch die landesweiten
Schwerpunkte der frühkindlichen Bildung aus Elternsicht vorgetragen werden. „Leider
sorgt das KiBiz momentan nicht dafür, dass Kommunen, Gemeinden und Träger eine
gesetzlich vorgeschriebene Elternmitbestimmung vor Ort sicherstellen müssen“ so Bohlander.
„Daher begrüßen wir die Beteiligung auf regionaler Ebene sehr. Sie zeigt uns,
dass die Elternschaft in NRW wieder ernst und wahr genommen wird“.
Als Landeselternrat werde man natürlich bei allen Veranstaltungen auch die Kernforderungen
des Verbandes zur Sprache bringen. Dazu gehört u.a. die generell zu verbessernde
Finanzierung im Elementarbereich, den zügigen Ausbau der nötigen U3 Plätze, einen
höheren Personalschlüssel in den Gruppen und die gesetzlich festgeschriebene Elternmitbestimmung
mit einer „durchgewählten“ Elternvertretung auf Einrichtungsebene, auf
kommunaler Ebene und auf Landesebene, sowie die Berufung des Landeselternrates in
den „Ständigen Arbeitskreis“ (STAK) des Ministeriums. Auch das Thema der Elternbeitragsfreiheit
bleibt für Blanke und Bohlander auf der Tagesordnung. Man wisse natürlich,
dass solche Entscheidungen auch immer der Haushaltslage geschuldet seien. Ein erster,
richtiger Schritt sei aber die angestrebte Beitragsfreiheit für das dritte Kita-Jahr.
„Ohne Abstriche“ so Blanke setzt sich der Landeselternrat aber für einen „generellen
kostenlosen Besuch der KITA ein“. Die ungleichen Elternbeiträge zwischen vermeintlich
reichen und Städten mit Nothaushalten, müsse allerdings sofort beseitigt werden. Hier
sieht man die Erhöhung der Landeszuschüsse als dringend gegeben an, um die Chancengleichheit
im frühkindlichen Bereich vor Ort sicherzustellen.